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PSYCHOSOZIALE HILFE FÜR JUNGE GEFLÜCHTETE

SOS-krisenchat Ukraine: Zusammen können wir mehr erreichen

Der Kriegsausbruch in der Ukraine hat Millionen von Menschen zur Flucht gezwungen. Allein in Deutschland sind mittlerweile über 700.000 Geflüchtete aus der Ukraine registriert worden – ganze 40 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche, von denen viele Traumatisches erleben mussten. Sie brauchen dringend seelischen Beistand. Mit SOS-krisenchat Ukraine unterstützt und kooperiert SOS-Kinderdörfer mit dem gemeinnützigen Berliner Start-up krisenchat und bietet jungen Hilfesuchenden aus der Ukraine eine kostenlose und professionelle Chatberatung – in Echtzeit, ohne Registrierung und vertraulich.

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(Bild: Unsplash)

 

Mit über zwei Millionen geschriebenen Nachrichten ist krisenchat zu dem mit Abstand größten psychosozialen Beratungsangebot für junge Menschen in Deutschland geworden. Die Idee, den Dienst erstmalig in einer anderen Sprache zu erweitern, entstand über Nacht – und konnte seither bereits mehr als 1.600 jungen Ukrainer:innen helfen. Monika Schwarz, Psychologin und Team Lead des psychologischen Leitungsteams von krisenchat, erinnert sich: „Wie so viele andere auch waren wir bei krisenchat geschockt, als am 24. Februar die russischen Truppen in die Ukraine einmarschiert sind“, berichtet Schwarz. „Die Entscheidung eine zweite Chatplattform nach dem wirksamen und erfolgreichen deutschen Vorbild aufzubauen, stand schnell fest.“ Gesagt, getan – nicht einmal eine Woche nach Kriegsausbruch war die Plattform online. 

Ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not helfen

MONIKA SCHWARZ
(Bild: Lilli Groccia)

Als gemeinnützige Organisation ist krisenchat auf Spenden, Unterstützung und finanzielle Förderung angewiesen. Die Verantwortlichen der SOS-Kinderdörfer haben schnell erkannt, wie essenziell das niederschwellige Hilfsangebot von krisenchat ist und wie gut es die anderen Hilfen der Organisation ergänzt: „Das ist ein ganz wichtiges Angebot. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen hat traumatische Erlebnisse gemacht. Sie sind Zeuge oder selbst Opfer von Gewalt geworden, haben alles zurücklassen müssen, vielfach sind ihre Väter, Brüder oder Freunde noch im Krieg“, so Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer. „Der SOS-krisenchat Ukraine leistet ihnen Beistand und hilft ihnen, das Erlebte zu verarbeiten. Die Botschaft: Ihr müsst damit nicht allein klarkommen!"

Auch Monika Schwarz ist froh über die Zusammenarbeit: „Wir glauben, dass wir zusammen mehr erreichen können als allein. Durch den Ausbau gemeinsamer Kooperationen und Unterstützungsangebote wollen wir unseren Teil dazu beitragen, psychosoziale Hilfe leichter zugänglich zu machen. Insbesondere in Krisenzeiten ist es wichtig, möglichst schnell und einfach Unterstützung zu bekommen.“

Die Devise: Mit Sensibilität, Offenheit und Professionalität handeln

krisenchat & SOS Kinderdörfer
So könnte ein Chat auf Ukrainisch verlaufen.

In den meisten Beratungen des SOS-krisenchats Ukraine geht es um akute Kriegserlebnisse, Lebenskrisen, Stress sowie Zukunftsängste. „Die Beratung fokussiert sich daher stark auf die Elemente der Stabilisierung, Ressourcenaktivierung sowie die unmittelbare Unterstützung der Emotionsregulation“, berichtet Monika Schwarz. Befinden sich die Chatter:innen noch in der Ukraine, sind der Umgang mit Panikattacken, traumatischen Erlebnissen und Trauer zentrale Themen für die ehrenamtlichen Helfer:innen. Die Anliegen von Geflüchteten, die schon in Deutschland angekommen sind, drehen sich hingegen oftmals um Nachfragen zu humanitären und psychosozialen Hilfen vor Ort.

Das interkulturelle Team vom SOS-krisenchat Ukraine arbeitet Hand in Hand: „Unser Anspruch ist es, professionelle, niedrigschwellige und möglichst zeitnahe Chatberatung für ukrainische Hilfesuchende anzubieten. Zur Umsetzung braucht es daher zunächst einmal genügend qualifiziertes Personal, um die Schichten abdecken zu können. Momentan sind dazu ca. 50 ehrenamtliche Psycholog:innen im Einsatz, sowie sieben angestellte ‚Mentor:innen‘, die bei Fragen und in Notsituationen jederzeit unterstützen und auch Chats übernehmen können“, erläutert Monika Schwarz. „Darüber hinaus kümmert sich das ebenfalls siebenköpfige psychologische Leitungsteam um die Einarbeitung, inhaltliche Begleitung sowie Qualitätssicherung.“ Zu den Mitarbeiter:innen gehören Deutsche, Russ:innen und auch Ukrainer:innen. Die Leiter:innen von krisenchat wissen, dass es vor allem die Meinung und Beteiligung der Ukrainer:innen selbst braucht, um passend und bestmöglich helfen zu können.

So ist der SOS-krisenchat Ukraine erreichbar:

  • Per SMS, WhatsApp und dem Messenger-Dienst Telegram unter der Nummer +49-1573-5993126 
  • Über die Website: www.krisenchat.de/ukraine

Um möglichst breit auf das Angebot aufmerksam zu machen, wird es auch über soziale Medien wie TikTok, Instagram und Co. gestreut – und das mit Erfolg, wie Monika Schwarz berichtet: „Am meisten Rücklauf erreicht uns, wenn wir Werbung über die landestypischen Kanäle und Institutionen machen, z.B. ukrainische Telegram-Gruppen, den eigenen ukrainischen TikTok-Kanal, Kontaktierung ukrainischer Universitäten und Regierungseinrichtungen.“ Die Verantwortlichen bei krisenchat und den SOS-Kinderdörfern möchten letztendlich eine Botschaft an alle junge Ukrainer:innen vermitteln: Keiner ist alleine – wir sind für Euch da!

Der SOS-krisenchat Ukraine ist Teil umfangreicher Hilfsmaßnahmen der SOS-Kinderdörfer für ukrainische Kinder und Familien in zahlreichen Ländern. Auch in der Ukraine selbst ist die Hilfsorganisation weiterhin aktiv und unterstützt die Menschen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Hilfsmaßnahmen müssen stetig an die sich verändernde Situation angepasst werden. Neben akuter Soforthilfe sollen betroffene Familien auch langfristig unterstützt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Ukraine-Hilfe der SOS-Kinderdörfer.

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