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Rundtische

„Am Ende wird die Demokratie auch am Rundtisch verteidigt“

Dieser Ring Table der FIBRO Rundtische GmbH ermöglicht maximale Zugänglichkeit für die Bearbeitung von Werkstücken aus allen Richtungen.

FIBRO Rundtische-Chef Dr. Heiko Asum über den Einstieg in den Verteidigungssektor, veränderte Haltungen und die Rolle eines Mittelständlers in der neuen Sicherheitsarchitektur.

Herr Dr. Asum, FIBRO Rundtische beliefert mittlerweile die Verteidigungsindustrie. Wieder. Wie kam es dazu?

Dr. Heiko Asum: Als wir Anfang 2024 den Management-Buyout vollzogen haben, war die klare Haltung bei FIBRO Rundtische: „Wir werden nicht in die Verteidigungsindustrie liefern.“ Wir haben im Team besprochen: Wollen wir diese Haltung beibehalten? Unser Fazit war: Wir sind Teil der Bundesrepublik Deutschland. Wir beliefern primär die Europäische Union. Für alles andere gibt es die BAFA-Prüfung, wo wir uns anmelden und klar sagen müssen, ob wir Dual-Use-Güter haben oder nicht.

Spielte Ihre persönliche Erfahrung bei MBDA eine Rolle?

Asum: Absolut. Ich habe selbst bei MBDA in Schrobenhausen gearbeitet. Dort habe ich aber auch gesehen, wie verantwortungsbewusst die Menschen ihrer Aufgabe nachgehen. Daher plädiere ich für mehr Ehrlichkeit in dieser Debatte. Wir haben Regeln und Werte, und wenn wir nicht aufpassen, riskieren wir alles. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Diskussion grundlegend verändert. Am Ende, man kann das so sagen, wird unsere Demokratie auch am Rundtisch verteidigt.

Wie ist FIBRO Rundtische konkret in diesem Sektor tätig?

Asum: Unsere Produkte waren über Jahrzehnte in diesem Bereich im Einsatz, auch wenn sie nicht direkt geliefert wurden. Wir sind häufig indirekt tätig. Das liegt bei Rundtischen in der Natur der Sache. Wenn Unternehmen für Rheinmetall, Hensoldt oder auch Oerlikon-Bührle in der Schweiz eine neue Produktionslinie aufbauen – für Munition, Fahrzeuge oder Drohnen –, dann wird uns das häufig gar nicht mitgeteilt. Wir beliefern in der Regel die Anlagen- oder Werkzeugmaschinenbauer, die uns den Endkunden nicht immer mitteilen.  So ist das mit den Dual-Use-Gütern. In der EU ist das auch kein Problem. Alles andere läuft über die BAFA, wo wir uns anmelden und wo dann auch entschieden wird, was geht und was nicht.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

Asum: Wir sind seit kurzem offiziell Vorzugslieferant von Krauss-Maffei, und darauf sind wir stolz. In einer Branche, in der es extrem hohe Anforderungen an Präzision, an Qualität und an guten Service gibt. Insgesamt kommen wir auf einen Umsatzanteil von um die zehn Prozent.

Zurzeit hoffen viele Maschinenbauer auf Aufträge aus der Verteidigungsindustrie. Was macht es so schwer, hier Fuß zu fassen?

Asum: Die Anforderungen sind extrem hoch. Es gibt spezielle Zertifizierungen. Über die offiziellen Portale, über die man sich als potenzieller Lieferant bewerben muss, sind überlaufen. Man braucht Zugang. Da hilft es, wenn Partnerunternehmen Empfehlungen aussprechen und für einen einstehen. Wir haben eine gute Auftragslage und liefern pünktlich. Darauf wollen wir aufbauen.

Dr. Heiko Asum an einem Rundtisch seiner FIBRO Rotary Tables.

Was macht FIBRO Rundtische für diese Kunden attraktiv?

Asum: Wir haben uns vom reinen Produktanbieter zum Systemhersteller gewandelt. Wir liefern nicht nur einen Rundtisch, sondern denken das Davor und das Danach mit. Wir fragen genau: Für welchen Einsatz braucht der Kunde den Rundtisch? Was will er produzieren? Welche Genauigkeitsklassen? Das Verständnis für den gesamten Prozess ist gerade im Verteidigungsbereich sehr wichtig.

Wie reagieren Ihre Mitarbeiter auf dieses Geschäftsfeld?

Asum: Wenn ich mit meinem Team spreche, stellt sich diese Diskussion nicht als grundsätzliches ethisches Dilemma. Die Fragen sind: Wie voll sind die Auftragsbücher? Wie sehen unsere Kunden aus? Wie können wir mehr Umsatz machen? Welche Produkte wollen wir nutzen? Das beschäftigt unsere Leute. Wir sehen uns als Teil der deutschen Gesellschaft, die dazu beiträgt, dass wir uns als Demokratie verteidigen können.

Sie sind auch in den USA, in Indien und China tätig. Wie sehen Sie die Debatte um Technologie-Souveränität?

Asum: Nicht gleichgültig, aber auch ohne Berührungsängste. Die Welt sortiert sich neu. Große Volkswirtschaften möchten unabhängig werden. Die USA beanspruchen Energieressourcen. China ist stark in der Elektromobilität, weil sie die Rohstoffe haben. Wir in Europa sollten uns fragen: Was sind eigentlich unsere Stärken? Wir haben diese Rohstoffe nicht. Wir können niemals unabhängig werden von allen anderen. Ich bin überzeugt, dass wir technologieoffener sein müssen. Wir werden mehr Energiebedarf haben. Nun müssen wir herausfinden: Wo haben wir in Europa unsere Stärken?

Wo ist Ihre Stärke auf dem Weltmarkt?

Asum: Wir sind die einzigen westlichen Hersteller mit westlichen Qualitätsanforderungen und stabilen, effizienten Prozessen, die weltweit vernetzt sind und den Bereich Werkzeugmaschinenbau und Automatisierungstechnik unter einem Dach haben. Dazu kommt ein Service, den wir weltweit bieten können. Das kann kein anderes Unternehmen in unserem Bereich. Wenn Verteidigungskunden in Europa produzieren und weltweit ausrüsten, brauchen sie einen Partner, der ebenfalls global aufgestellt ist. Das sind wir. Mit Standorten in Deutschland, USA, Indien und China können wir schnell und zuverlässig liefern.

Was sind die nächsten Schritte?

Asum: Wir haben neue NC-Tische entwickelt, die elektronisch angesteuert werden, und dazu eine neue Softwaresteuerung aus unserem Haus. Mit diesen Produkten kann jeder Anwender flexibel und schnell auf neue Anforderungen reagieren. Außerdem arbeiten wir an der Integration von Cobots und Linearsystemen. Eines unserer strategischen Felder für die nächsten zwei Jahre wird sein, dass wir unsere Rundtische mit Cobots und Linearsystemen zusammenbringen. Damit können wir noch bessere Pick-and-Place-Lösungen anbieten. Die ersten Tests laufen bereits.

Ihre Botschaft an potenzielle Kunden im Defense-Bereich?

Asum: Wir sind bereit. Wir haben jetzt zwei Jahre den Grundstein gelegt für stringentes, starkes Wachstum. In den letzten zwei Jahren hat kein Kunde unserer neuen Produktionslinie irgendeinen Fehler im Feld entdeckt. Die Null-Fehler-Strategie gilt, ob im Defense-Bereich oder in jedem anderen. Dazu gibt es ein Versprechen: Bei uns werden Sie betreut über den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte. Wir haben Tische, die sind über 20 Jahre wartungsfrei. Das ist Investitionssicherheit. Gerade im Verteidigungsbereich, wo Zuverlässigkeit entscheidend ist.

 

Impressum:

FIBRO Rundtische GmbH
Weidachstraße 41-43
74189 Weinsberg

T: +49 7134 73-0
F: +49 7134 73-218
@: info@fibroRT.com
www.fibroRT.com

Geschäftsführer: Dr. Heiko Asum
Handelsregistereintrag: Amtsgericht Stuttgart - HRB 727015
Umsatzsteuer - ID Nr.: DE 262274913

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