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Turbo für die Digitalisierung
Industrie 4.0 braucht Finanzierung 4.0

Die Digitalisierung ist nicht kostenlos. Vor dem Upgrade steht die Frage: Wie soll ein Unternehmen das finanzieren? Wir sprechen mit Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing AG

DSGV Digitalisierung finanzieren

Quelle: Sparkasse

Herr Ostermann, inwieweit verändert die Digitalisierung die Bedürfnisse der Unternehmen?

Firmen brauchen mehr denn je einen Partner, der eine digitale Transformation überhaupt verstehen und mit dem Thema umgehen kann. Die Digitalisierung verändert die Investitionsprofile. Wir haben immer weniger klassische Maschineninvestitionen, sondern häufig eine Verschmelzung mit IT-Anforderungen. Der Kunde braucht für diese Dinge einen Partner, der Asset-Kompetenzaufweist, also die Gesamtheit der Wirtschaftsgüter eines Unternehmens versteht.

Auch der Wunsch nach – ich nenne es mal so – Digital Conveniencegewinnt deutlich an Bedeutung. All diese Anwendungen, die jeder aus seinem Privatleben kennt – von Google, von Amazon –, geben heute den Takt vor, und das werden wir auch mehr und mehr im B2B-Segment erleben.

Neue Dienstleistungen verlangen neue Lösungen

Außerdem legt die Digitalisierung den Grundstein für weitergehende Services.Daten, die erfasst werden können, die individuell auswertbar sind und die vielleicht sogar eine verbrauchsabhängige Kostengestaltung ermöglichen – sie schaffen dafür eine gute Grundlage.

Wie wird sich das Angebot an Finanzierungs- und Servicelösungen verändern?

Ganz klar:  Der Bedarf an neuen Lösungen wird zunehmen. Die großen Beratungshäuser gehen davon aus, dass zur Realisierung einer smarten Fabrik mit einer sich selbst steuernden Produktion über einen sehr langen Zeitraum von bis zu zehn Jahren in einer Dimension von 10 bis 20 Prozent des Jahresumsatzes investiert werden muss. Das ist gerade für kleinere und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung.

Eigentum spielt keine Rolle mehr

Was wir außerdem verstärkt sehen werden, sind nutzungsabhängige Konzepte. Das ist ja durchaus etwas, was dem Leasing sehr entspricht. Schon immer ist das Element „Pay as you earn“, wenn man so will, Teil der DNA des Leasinggeschäfts.

Wir können das ja auch im privaten Bereich beobachten: Streaming, Cloud – bei all diesen Anwendungen spielt Eigentum gar keine große Rolle mehr. Und genau das ist und wird Kern vieler Konzepte in der Zukunft sein.

Welche Trends sehen Sie?

Der Trend zu Plattformlösungen, zur Automatisierung wird zunehmen. Kunden erwarten, dass sie uns über verschiedene Kanäle erreichen können, dass auf einer Plattform Angebote auch konfektionierbar sind, dass sie verglichen und verwaltet werden können. Wir gehen davon aus, dass diese Nachfrage bei den Herstellern von Investitionsgütern mehr und mehr platziert wird und die diesen Bedarf erfüllen müssen. Dies wird dann zunehmend in Kooperation mit Finanzdienstleistern erfolgen.

Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Leasing AG, erläutert, wie die Digitalisierung die Finanzierungsbedürfnisse von Unternehmen verändert. Video: Deutsche Leasing Gruppe

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